Petra Armgart – Merle sucht das Erdbeertal

Petra Armgart – Merle sucht das Erdbeertal

Merle Fischer liebt es, als Essen auf Rädern Fahrerin durch den Landkreis Peine zu fahren, denn in ihrem Job fühlt sie sich gebraucht und verstanden. Fast täglich hört sie spannende Geschichten aus dem Leben der Anderen, in denen sie mit Hingabe wühlen kann. Und sie ist verdammt neugierig, warum nur? Ganz einfach, weil sie ein bisschen abhaben möchte vom Leben der Anderen, denn ihr Eigenes ist sehr langweilig. Merle ist jung, intelligent, aber der absoluten Überzeugung, kein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu sein. Das hat Auswirkungen auf den Glauben an ihre Fähigkeiten. Immer wieder wird das geplante Medzinstudium verschoben. Bei einem Besuch ihrer alten Freundin Britta, inzwischen Psychologiestudentin in Hamburg, bohrt diese ihren Zeigefinger tief in Merles Wunde, rührt in dem Teil herum, den diese lediglich als punktuelle Lebenskrise bezeichnet. Aber da sind einige unschöne Erinnerungen aus der Vergangenheit, die Merles Ich-Empfinden nachhaltig beeinflusst haben. Als Merle bei einer Kundin einen Stapel alter Briefe entdeckt, wächst endlich das Verlangen in ihr, ihr trostloses Dasein zu ändern. Vielleicht schlägt das Pendel ja doch noch in die andere Richtung aus, sie muss dafür nur genug Schwung holen… und dann kommt ihr Leben mit dem Besuch einer Grusel-Lesung, bei dem ihr die Bedeutung des lateinischen Wortes Horror wortwörtlich die Haare hoch stehen lässt, ins Rollen. Als kurz darauf eine kryptische Nachricht auf Blau aus ihrem Briefkasten fällt, nimmt ihr träges Leben Anlauf und kommt endlich in Fahrt.

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